"Richtig hell" - die oö. Lichtkampagne

Gute und effiziente öffentliche Beleuchtung
Nicht nur in Gebäuden und Wohnungen, sondern auch auf Straßen und Plätzen ist die Beleuchtung ein wichtiger Faktor für Atmosphäre und Wirkung. Die richtige Auswahl von Be- leuchtungen im öffentlichen Raum ist deshalb entscheidend für die optische Wirkung und den Eindruck bei Benutzer/in- nen und Passant/innen. Nun liegen erstmals europaweit ein- heitliche Gütemerkmale für Straßenbeleuchtung in Form der ÖNORM EN 13201 vor. Sie definiert Grenzwerte, die den visuellen Bedürfnissen der Straßennutzer/innen entsprechen und berücksichtigt Umweltaspekte.
Ausgehend von internationalen Richtwerten bestimmt die Norm, dass Straßensituationen entsprechend den Verkehrsverhältnissen beleuchtet werden müssen. Eine stark frequentierte Straße (Hauptstraße) muss heller beleuchtet sein als eine kleine Nebengasse. Es bestehen auch wesentliche Unterschiede zwischen z. B. Hauptstraßen, Fußgängerzonen, Haltestellenbereiche, etc.
Unterschiede im Erscheinungsbild
Auslegung und Anordnung von Straßenbeleuchtungsanlagen können zu großen Unterschieden im Erscheinungsbild der Straße und der Straßenumgebung bei Tag und bei Nacht führen. Dies gilt nicht nur für Straßenbenutzer/innen, sondern auch für Beobachter/innen, die eine Beleuchtungsanlage aus einer gewissen Entfernung von der Straße betrachten.
Pannen bei Gestaltung und Planung können bei konsequenter Anwendung der Normen in Zukunft weitestgehend vermieden werden. Die neue ÖNORM EN 13201 ersetzt die bisher gültige ÖNORM O 1050 aus dem Jahr 1991.
Zwar hat die Norm keinen gesetzlich verpfl ichtenden Charakter und wird derzeit auch nicht in der STVO Straßenverkehrsordnung für verbindlich erklärt, hilft aber bei der richtigen Planung und Gestaltung.
Zumeist motivieren die Stromkosten oder veraltete Anlagen zu Effizienzüberlegungen bei der Straßenbeleuchtung, oder aber im Zuge von Erweiterungen der bestehenden Anlagen werden "Altanlagen" analysiert.
Mit einem Durchschnittswert der Lichtausbeute in lm/W (= Effizienzkriterium für die Umwandlung von Strom in Licht) für alle Lampen einer Gemeinde können zwar Gemeinden nicht ohne weiteres untereinander verglichen werden, aber als Bewertungskriterium für die Qualität vor und nach einer Sanierung ist der Wert durchaus aussagekräftig. Ein Vergleich von gleichartigen Verkehrsflächen, also z. B. Nebenstraße A mit Nebenstraße B, kann interessante Erkenntnisse liefern.
Es können neben dem Durchschnittswert der Lichtausbeute folgende Fragen für eine Bewertung der Straßenbeleuchtung gestellt werden:
Entsorgung von Entladungslampen
Die meisten Entladungslampen enthalten Quecksilber und dürfen daher möglichst nicht zerstört werden, damit keine giftigen Quecksilberdämpfe freigesetzt werden. Auf eine ordnungsgemäße Entsorgung ist zu achten.
Bewusster Umgang mit Licht
Ein großer Teil der Lichtquellen dient dazu, die notwendige Erhaltung der Sicherheit auf Straßen und öffentlichen Plätzen zu gewährleisten. Nicht unwesentlich ist jedoch auch der Teil, der nur für dekorative und werbeähnliche Zwecke verwendet wird wie z. B. Reklametafeln, Skybeamer, beleuchtete Gebäude und Denkmäler etc. Bei diesem Übermaß an Beleuchtung wird oft von "Lichtverschmutzung" gesprochen. Dieses immer größer werdende Problem hat oft nicht bedachte Folgen sowohl für die Natur als auch für den Menschen.
So orientieren sich z. B. nachtaktive Insekten bei ihren Flügen normalerweise am Mond und den anderen Himmelskörpern. Die lichtempfindlichen Tiere werden von künstlichen Lichtquellen irritiert und ihr Orientierungssinn gestört. Ebenso können Zugvögel bei ihren Flügen durch zu starke Beleuchtung ihr Ziel verlieren.
Auch die Astronomie wird durch ein Zuviel an Licht beeinträchtigt. Über einer großen, stark beleuchteten Stadt kann der Sternenhimmel nicht mehr betrachtet werden. In Österreich können im Durchschnitt am Himmel nur noch ca. 10 % der Sterne gesehen werden.
Der Umgang mit künstlichem Licht sollte daher mit Bedacht erfolgen. Zusätzlich lassen sich damit noch Kosten und Energie sparen. 
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